Resilienz-Begriff
Der Begriff Resilienz stammt ursprünglich aus der Physik und beschreibt in der Werkstoffkunde die Fähigkeit eines Stoffes, sich verformen zu lassen und dennoch wieder in die ursprüngliche Form zurück zu finden. In vielen Anwendungsfeldern gibt es zwischenzeitlich das Thema Resilienz und somit auch viele Definitionen und Beschreibungen. Resilienz ist eine Art übergeordnete Kompetenz, die unterschiedliche Kompetenzen vereint. Sie beschreibt die Toleranz eines Systems (Personen, Teams, Unternehmen, etc.) gegenüber Störungen (Krisen, Umbrüchen, unsicheren Zeiten, dem Ungewissen, etc.). Wenn wir diesen Situationen mit Resilienz begegnen, dann tun wir dies mit Anpassungsfähigkeit, Flexibilität, Beweglichkeit und innerer Spannkraft. Der Begriff Resilienz wird ebenfalls zur Beschreibung von Stressresistenz, psychischer Robustheit oder psychischer Elastizität benutzt. Sie entsteht, wenn wir gestärkt aus Krisen hervor gehen.
Unsere heutige Welt ist voller Übergänge und Transformationen. In den 1990er Jahren wurde der Begriff "VUCA-World" geprägt. Dabei steht VUCA für: Volatile (unberechenbar, sprunghaft, flüchtig), Uncertain (unsicher, ungewiss), Complex (komplex, verzweigt, vielschichtig) und Ambiguous (viel-, doppel-, mehrdeutig, unklar). In der Arbeitswelt zeigt sich diese Entwicklung mehr und mehr. Selbst Unternehmen, die klar strukturiert sind oder waren, die in der Vergangenheit für Stabilität und Sicherheit standen, haben heute durch Firmenzusammenschlüsse, wechselnde Rahmenbedingungen und andere Einflüsse immer öfter Phasen von VUCA.
Folgende Fragestellung rückt dadurch in den Mittelpunkt: Wie ist es einem System möglich, bei Störungen adäquat und mit Resilienz zu reagieren? Wie können Personen, Teams, Unternehmen sich wie der Stoff in der Physik verformen und anpassen, ohne zu zerbrechen? Auf diese Fragestellung liefert das Resilienz-Konzept Antworten.
Stärkung der Resilienz-Kompetenz
- die Resilienzfaktoren
Die Forschung in Langzeitstudien hat gezeigt, dass bestimmte innere und äußere Faktoren die Resilienz einer Person stärken. Daraus lassen sich acht Resilienz-Faktoren ableiten, die von der Autorin und Resilienz-Expertin Ella Gabriele Amann folgendermaßen formuliert wurden:
- Optimismus und Selbsteinschätzung
- Akzeptanz und Realitätsbezug
- Lösungsorientierung und Kreativität
- Selbstregulation und Selbstfürsorge
- Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit
- Beziehung und Netzwerke
- Zukunftsgestaltung und Visionsentwicklung
- Improvisationsvermögen und Lernbereitschaft
Eine wichtige Grundlage um Resilienz zu entwickeln, ist das Thema Sicherheit. Eine zentrale Frage der Resilienzförderung ist also die Fähigkeit innere und äußere Sicherheit zu schaffen bzw. entstehen zu lassen.
Resilienz-Training und Resilienz-Coaching
Aus meiner persönlichen Berufserfahrung als Personalerin weiss ich, dass Resilienz im Unternehmensalltag Anwendung finden kann und im Umgang mit "dem Ungewissen" Sicherheit bietet. Resilienz ist erlernbar. Wir besitzen bereits viele Fähigkeiten, die uns resilienter machen und dennoch ist es wichtig, die eigene Resilienz zu identifizieren und auszubauen. Resilienz lässt sich in unterschiedlichen Dimensionen stärken: auf mentaler Ebene, auf körperlicher Ebene, in der Interaktion mit Anderen und im Umfeld, in dem wir unterwegs sind. Dabei gilt es innere und äußere Schutzfaktoren zu erkennen und zu entwickeln. In meiner heutigen Arbeit als Trainerin, Coach und Beraterin unterstütze ich Einzelpersonen, Führungskräfte und Teams bei der Entwicklung ihrer Resilienz.